Stuhl

Vitra Stuhl Eames Fiberglass Chair

Es gibt wohl kaum einen anderen Stuhl mit Designgeschichte, der so lange und so weit verbreitet in der Welt zu finden ist. Eine organische Sitzschale aus Kunststoff, hergestellt in den verschiedensten Farben, dazu Untergestelle in drei Varianten und diversen Ausführungen – das ist der Eames Fiberglass Chair. 1948 entworfen von Ray und Charles Eames für einen internationalen Wettbewerb des Museum of Modern Art, New York, mit dem Titel „Low-Cost Furniture Design“. Bis heute ein Lieblingsstuhl am Esstisch genauso wie am Schreibtisch, im Konferenzraum oder Auditorium.

Ein Stuhl mit vielen Geschichten

Der Entwurf des amerikanischen Designer-Paares veränderte den Lauf vieler Dinge: Mit ihm begann 1950 die serielle Massenproduktion von Möbeln aus Kunststoff. Aus der Kombination mit verschiedenen Untergestellen entstand der Typus des multifunktionalen Stuhls. Die Farbpalette der Schalen war beeindruckend. Seit dem Vitra 1957 zum europäischen Hersteller der Eames-Möbel wurde, trug dieser schlichte Stuhl viel zur beeindruckenden Wachstumsgeschichte des Schweizer Möbelherstellers bei.

Kritische Materialfragen

Fiberglas war bis 1950 vor allem in militärischen Anwendungen zum Einsatz gekommen. Die Eames’ brachten das Material in die zivile Welt. Allerdings hatte das glasfaserverstärkte Polyesterharz einen großen Nachteil, der 1993 zur Einstellung der Produktion führte: Die Herstellung war gesundheitsgefährdend und das Material galt als nicht recycelbar. Vitra brachte statt dessen die Eames Plastic Chairs mit Sitzschalen aus Polypropylen auf dem Markt. Das ist bis heute eine gute, günstige und schöne Alternative. Aber die charakteristische Struktur des Fieberglas und seine besonderen Farben blieben unvergessen. In den vergangenen Jahren wuchs die Nachfrage nach alten Fiberglas Chairs sogar und ließ den Wiederverkaufswert enorm steigen.

Das Original – jetzt wieder frisch im Handel

Dank neuer Produktionsverfahren und einem 100-prozentigen Recycling-Konzept ist die Fiberglass Herstellung heute wieder attraktiv. Ein Grund für Vitra, die Eames Fiberglass Chairs in einigen der frühen, originalen Farben nach 25 Jahren neu aufzulegen. Die Sitzschalen zeigen die für Fiberglas typische, unregelmäßige Oberfläche und wirken dank der gut sichtbaren Fasern wie aus einem natürlichen Material gefertigt.

Drei × vier standhafte Beine

Charles und Ray Eames entwickelten eine Reihe unterschiedlicher Untergestelle, die frei mit den Schalen kombiniert werden konnten. Es gibt das sogenannte Eiffelturm-Untergestell aus verschweißtem Stahldraht (DSR), das mit Metallstreben verstärkte Holzuntergestell (DSW) und das Vierbein-Untergestell (DSX). Diese Kombination der revolutionären Sitzschalen mit neuartigen Untergestellen gibt der Stuhlfamilie bis heute ihre Unverwechselbarkeit. Sie sind das Erkennungszeichen der Eames Side Chairs geworden.

Die Ganze Palette

Ray Eames hatte als Künstlerin ein außerordentliches Gespür für Farbgebung und sagte einst: «Ich habe nie aufgehört zu malen. Ich habe nur meine Palette geändert». Charles und Ray arbeiteten intensiv an der Farbgestaltung, denn bis dahin hatte es Fiberglas nur farblos gegeben. Sie produzierten unzählige Prototypen an Mischungen, um eine Farbwelt zu erschaffen, die die Formen der Sitzschalen – mit und ohne Armlehnen – am besten zur Geltung bringt und deren einzelne Töne miteinander korrespondieren.

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