Seit dem die Maschinen rattern und dampfen, Maschinen die Handarbeit ersetzen und  Züge auf eisernen Strängen durch die Landschaft jagen, sieht auch das bürgerliche Wohnzimmer ganz anders aus als der Salon im Schloss. Die künstliche Opulenz, der wunderbare Protz, mit dem sich der Adel noch gefiel, findet hier keinen Platz. Das neue Selbstbewusstsein des Bürgertums demonstriert Bescheidenheit: puristische Objekte aus edlen Materlialien, solitär und sparsam eingesetzt, prägen das veränderte Luxusmilieu. Modernes Design und die Architektur der Klassischen Moderne haben diese bürgerlichen Repräsentationsmuster des Luxus’ bedient. Karin Wilhelms Vortrag wird diese Entwicklung bis heute beleuchten und mit dem Publikum diskutieren.

 

Begrüßung und Moderation: Gerwin Zohlen, Werkbund Berlin

 

Prof. em. Dr. Karin Wilhelm, Mag. Art. studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Philosophie in Heidelberg, München, Berlin und Marburg a.d.L. Sie lehrte 1991–2001 Kunstgeschichte an der Technischen Universität Graz und leitete seit 2001 das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS) der Technischen Universität Braunschweig. Neben anderen Engagements war sie 1994–1999 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Bauhaus Dessau.